Beckmann-Frelock ist Apensens neue First Lady

BT-Online vom 26.05.2019

Von Sabine Lepél

Foto: Lepél

APENSEN. Die Wahl um das Samtgemeindebürgermeisteramt in Apensen ist entschieden: Die erste Frau auf dem Chefsessel im Rathaus Junkernhof heißt Petra Beckmann-Frelock. Die Lokalmatadorin aus Apensen siegte für sich selbst überraschend.

Sie überzeugte die Wähler offenbar vor allem mit ihrer erfrischend jungen Herangehensweise und damit, dass sie in der Samtgemeinde lebt. Beckmann-Frelocks Sieg hatte sich frühzeitig abgezeichnet. Bereits das erste Ergebnis aus der Kita Beckdorf konnte sie deutlich für sich entscheiden. „Ab jetzt bin auch ich aufgeregt“, lautete ihre erste Reaktion nach dem fulminanten Auftakt. Und auch nach der Auszählung von allen elf Wahllokalen und den drei Briefwahlbezirken lag die 37-Jährige zur eigenen Überraschung immer noch in Führung. Am Ende setzte sich die UWA-Frau mit 52,76 Prozent der Stimmen gegen ihre Mitbewerberin Manuela Mahnke durch, die nur 47,24 Prozent der Stimmen erhielt.

Und das, obwohl Mahnke auf die Unterstützung von SPD, CDU, Grüne und FWG zurückgreifen konnte. Die Empfehlung der etablierten Parteien und Fraktionen hat der amtierenden Bürgermeisterin von Nottuln aber offenbar nichts genützt. Apensens Wähler trauten der ortsfremden Verwaltungsexpertin eine Wende in Verwaltung und Politik der hochverschuldeten Samtgemeinde offensichtlich weniger zu als dem Politik-Neuling aus Apensen. Beckmann-Frelock erhielt offenbar viele Stimmen, weil sie seit Jahren in der Samtgemeinde lebt. Die Mutter von zwei Töchtern war erst im vergangenen Dezember in die UWA eingetreten und hatte Ende März ihren Hut als Kandidatin in den Ring geworfen.

 „Es war ein fairer Wahlkampf“

Die Diplom-Verwaltungswirtin, die derzeit als Betriebsprüferin bei der Deutschen Rentenversicherung arbeitet, war von dem Wahlergebnis selbst ziemlich überrascht. „Wir haben eine Wette laufen, und ich habe sie verloren. Ich hätte selbst nicht gedacht, dass ich als Neueinsteigerin so ein Ergebnis holen würde.“ Im Wahlkampf habe man keine Tendenz absehen können. „Es war ein fairer Wahlkampf“, so Beckmann-Frelocks Fazit.

Sie feierte mit ihren Anhängern im Gasthaus Geesthus in Beckdorf in einem Outfit, das für Würdenträger vor allem auf dem Lande derzeit noch etwas untypisch ist: in roter Lederjacke, schwarzem Oberteil mit tiefem V-Ausschnitt, kurzem Rock und derben Boots. Apensen wird sich an seine junge „First Lady“ noch etwas gewöhnen müssen.

Als Erstes möchte Beckmann-Frelock alle wichtigen Stellen der Samtgemeinde anlaufen und sich vorstellen. „Ich möchte mir zunächst einen Überblick verschaffen“, sagt sie. Der Amtsantritt ist für den 1. August geplant.

Die Wahl in Apensen

  • Wahlberechtigte 7 532
  • Wahlbeteiligung 65,99 %
  • Gültige Stimmen 4822,
    davon:
    Manuela Mahnke 2278 (47,24%);
    Petra Beckmann-Frelock 2544 (52,76%)

Schwer enttäuschte Verliererin

Manuela Mahnke war bemüht, nach ihrer Niederlage gegen die UWA-Kandidatin Petra Beckmann-Frelock die Fassung zu bewahren. „Ich kann nicht sagen, woran es lag. Wir sind alle ziemlich ratlos“, sagte die unterlegene Kandidatin. „Es war nicht abzusehen, dass mir das als eine Kandidatin, die von vier etablierten Parteien unterstützt wird, passieren könnte“, sagte die Bürgermeisterin von Nottuln, nachdem das Wahlergebnis feststand. „Wir sind hier alle fassungslos.“ Mahnke hatte den Wahlabend mit ihrem Anhang im Hofcafé Tschritter in Nindorf verbracht.

Sie war erst relativ spät gekommen, denn sie musste im 260 Kilometer entfernten Nottuln die Europawahl begleiten. Anschließend ging es zurück zum Hofcafé Tschritter, wo Mahnke auf das Wahlergebnis wartete. Es fiel nicht so aus, wie von ihr erhofft. Jetzt wird Manuela Mahnke nach Nottuln zurückkehren. Eine zweite Wahlperiode als Bürgermeisterin wird sie dort nicht anstreben. Ihr fehlt es in der nordrhein-westfälischen Gemeinde offenbar an Rückhalt dafür.

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