Ordnungsamt: Tolle Aktion!

EDGAR ROT PACKT IN SEINEM NEUEN JOB GLEICH AN Bürgerfreundliche Aktion in Apensen: Rathaus öffnet an Sonntagen

Quelle: Kreiszeitung Wochenblatt
Autor: Nicola Dultz-Klüveraus Buxtehude
Fotos: wd, sc

Edgar Rot leitet den Fachbereich Ordnung und Sicherheit

wd/sc/jd. Apensen.  Es gehört zu vornehmsten Aufgaben der Presse, unsinniges Verwaltungshandeln zu kritisieren. Daher kommen Rathäuser und Behörden oft nicht gut weg beim WOCHENBLATT. In diesem Fall ist das mal aber anders. Denn solch ein Bürgerservice, wie ihn die Samtgemeinde Apensen derzeit bietet, dürfte kreisweit – und auch darüber hinaus – wohl ziemlich einmalig sein: An allen vier Sonntagen im August ist das Einwohnermeldeamt im Rathaus jeweils vier Stunden von 12 bis 16 Uhr geöffnet, damit die Bürger ihre Behördengänge erledigen können.

Die Idee zur Sonntagsöffnung kam vom neuen Fachbereichsleiter Edgar Rot. Er hat aus der Not eine Tugend gemacht. Weil im Rathaus mehrere Mitarbeiter erkrankt seien, können im Einwohnermeldeamt derzeit keine Termine unter der Woche vergeben werden. Damit die Menschen in Apensen dennoch ihre neuen Ausweise und Pässe erhalten oder sich zeitnah ummelden können, kam Rot auf diese pfiffige Lösung. So können zumindest die dringende Fälle abgearbeitet werden.

Bei den Bürgern stieß die Aktion auf breite Resonanz. Rund 70 Personen nutzten am vergangenen Sonntag diesen außergewöhnlichen Service. Es bleibt abzuwarten, welche guten Vorschläge der Neue im Apensener Rathaus sonst noch im Gepäck hat. Vielleicht gibt es künftig ja nur noch positive Schlagzeilen über Apensen.

Fachbereichsleiter mit 27 Jahren

Schon seit Anfang Juli hat der Verwaltungsbeamte Rot seinen Arbeitsplatz eingenommen, offiziell zum Samtgemeinde-Inspektor ernannt ist er seit dem 1. August. Mit erst 27 Jahren leitet Edgar Rot damit den Fachbereich, zu dem Ordnungsamt, Einwohnermeldeamt, Standesamt, Wahlamt und Asylangelegenheiten gehören. „Kompetenz ist nicht unbedingt eine Frage des Alters“, sagt Edgar Rot selbstbewusst. „Ich muss wissen, wo ich notwendige Informationen herbekomme und brauche Fingerspitzengefühl“, erklärt er. „Und beides kann und habe ich.“

Darüber hinaus verfügt der junge Samtgemeinde-Inspektor über beachtliche Berufserfahrung. Studiert hat er Public Administration in Hannover und ist seit 2011 im öffentlichen Dienst beschäftigt, in verschiedenen Kommunen vergleichbarer Größe sowie zuletzt in Braunschweig. „Das ist immerhin die größte kreisfreie Stadt Norddeutschlands“, so Rot.

Genau das sei aber auch der Grund gewesen, nach Apensen zu gehen. Zum einen wollte Edgar Rot aus privaten Gründen seinen Lebensmittelpunkt verändern, zum anderem reizte es ihn, in eine kleinere Kommune zurückzukehren. „Das ist vielfältiger und abwechslungsreicher“, sagt er.

Die negativen Schlagzeiten aus der Samtgemeinde Apensen haben ihn nicht abgeschreckt. „Ich mache mir ein eigenes Bild“, sagt er. Und nach einem Monat im Apenser Rathaus könne er zumindest sagen, dass er von jedem einzelnen Kollegen gut aufgenommen wurde. „Ich bin hier sehr zufrieden“, stellt er fest.

Sonder-Öffnung stieß auf große Resonanz

Am ersten August-Sonntag hatte Edgar Rot im Einwohnermeldeamt direkt einiges zu tun: Personalausweise, Kinderpässe, Führungszeugnisse und Reisepässe mussten für Apenser Bürger und Bürgerinnen ausgestellt und bearbeitet werden. Damit die Wartezeiten etwas kürzer für die Rathaus-Besucher ausfielen, half auch Samtgemeindebürgermeisterin Petra Beckmann-Frelock bei der Ausgabe von fertigen Dokumenten aus. Sie hoffe, am nächsten Sonntag Rot noch mehr unterstützen zu können und nicht nur bei der Ausgabe, sondern auch vermehrt bei der Antragstellung mitzuhelfen. Insgesamt wurden am Sonntag mehr als 70 Bürger im Einwohnermeldeamt vorstellig. Rund 50 stellten Anträge für neue Ausweise oder Pässe. Die anderen holten ihre bereits fertigen Dokumente ab.

Wegen Corona, Personalengpässen und den Wahlvorbereitungen habe sich viel Arbeit im Einwohnermeldeamt angestaut, erklärte Beckmann-Frelock. Das solle jetzt alles abgearbeitet werden. Für die Sonderöffnungen an den Sonntagen müssen keine Termine vereinbart werden. Am Eingang ist lediglich eine Nummer zu ziehen. Einige Besucher mussten zwar längere Wartezeiten von zum Teil mehr als einer Stunde in Kauf nehmen. Trotzdem gab es überwiegend positive Stimmen. Die Lösung, sonntags vorbeizukommen, sei jedenfalls besser als gar keine Möglichkeit zu haben, das Einwohnermeldeamt aufzusuchen, hieß es aus den Reihen der Wartenden. 

Um die Wartezeiten zu verkürzen, soll das Einwohnermeldeamt an den kommenden August-Sonntagen personell aufgestockt werden, so Beckmann-Frelock. Die fertigen Ausweisdokumente sollen dann bereits am Empfang ausgegeben werden, so die Rathaus-Chefin „Wir sind gerade dabei, das zu organisieren.“

Die UWA sagt: alle Daumen hoch! Eine pragmatische, bürger- und servicefreundliche Lösung! Weiter so!

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