Demokratie? Nicht bei der Wahl des Samtgemeindebürgermeisters in Apensen!

Demokratie? Nicht bei der Wahl des Samtgemeindebürgermeisters in Apensen!

Stellungnahme zum Artikel „Headhunter sollen Bürgermeister-Kandidaten finden“, BT vom 12.10.2018 – Online am 11.10.2018

Samtgemeinderat will Wählern nur einen Bewerber zur „Wahl“ stellen

Apensen, den 16.10.2018

Warum sollen die Bürgerinnen und Bürger zur Wahl des Samtgemeindebürgermeisters gehen, wenn es doch nichts zu wählen gibt?

Diese Vorgehensweise kennen wir aus sozialistischen Staaten. Ein Kandidat wird zur „Wahl“ gestellt und mit einem in der Regel überwältigenden Ergebnis gewählt. Ein wesentliches Merkmal des Sozialismus ist die Einparteienherrschaft. Jedoch ist das Ziel des Sozialismus die Gleichheit und soziale Gerechtigkeit.

Zurück nach Apensen.

Soziale Gerechtigkeit kann als Motiv ausgeschlossen werden. Was ist also passiert?

Nachdem der von der CDU ins Amt gebrachte Samtgemeindebürgermeister Peter Sommer zurückgetreten ist, muss ein Amt, das durchaus steuernd auf die Entwicklung der Samtgemeinde inklusive seiner Mitgliedsgemeinden Apensen, Beckdorf und Sauensiek Einfluss haben kann, neu besetzt werden. Ein neuer, unabhängiger Samtgemeindebürgermeister könnte die Entwicklung der Samtgemeinde maßgeblich lenken. Unabhängigkeit könnte auch bedeuten, dass der Einfluss des CDU-Bürgermeisters aus Sauensiek, Rolf Suhr massiv schrumpfen würde. Dessen ist sich Herr Suhr bewusst und fand eine für sich gute Lösung.

Er schlug dem Samtgemeinderat vor, einen „unabhängigen“ Headhunter zu engagieren, der eine Vorauswahl mehrerer Kandidaten treffen soll, aus der der SG-Rat einen gemeinsamen Kandidaten aller Fraktionen zur Samtgemeindebürgermeister-Wahl aufstellt.

Schon bei diesem Ansinnen wird die Demokratie massiv untergraben, die Bürger der Samtgemeinde haben schlicht keine Wahl.

Auch die Unabhängigkeit des Headhunters, der unbestritten erfolgreich ist, lässt Zweifel aufkommen. So war der geschäftsführende Inhaber der Agentur Board Connect, Dr. Tiemo Kracht, 1993 der Pressesprecher des CDU-Ministerpräsidenten von Sachsen-Anhalt Prof. Dr. Werner Münch. Auch ist er in der Konrad-Adenauer-Stiftung als Vortragender im Internet zu finden.

Die Auswahl der Agentur durch Herrn Suhr hinsichtlich Neutralität und Unbefangenheit lässt sich mindestens anzweifeln. So könnte seine Aussage „Wir machen das, damit wir nicht wieder auf eine Schiene kommen, bei der das Parteibuch wichtiger ist als die Kompetenz“ durchaus als Finte ausgelegt werden. Wer Herrn Suhr kennt, weiß, dass er bei so bedeutsamen Entscheidungen kaum etwas dem Zufall überlassen würde.

Alleine durch die parteiliche Nähe zur Headhunter-Agentur hat er für seine Einflussnahme gute Voraussetzungen geschaffen. Auch die Tatsache, dass die Kommunikation zwischen Board Connect und der Samtgemeinde größtenteils über Herrn Suhr läuft, macht es den restlichen Ratsmitgliedern schwer, vollständige Einsicht in Sachverhalte zu bekommen.

Der von Frau Dr. Siedler-Thul, SPD konstatierte Mangel an Bewerbern kann durchaus als hausgemacht betrachtet werden. So blieb die Vorab-Bewerbung eines in der Samtgemeinde geborenen, promovierten Juristen an den Samtgemeinderat Apensen schlicht ohne Reaktion, so dass dieser seine Bewerbung aus mangelndem Interesse von Seiten der Samtgemeinde wieder zurückzog. Zudem konnten weitere potentielle Bewerber ihr Interesse noch nicht bekunden, da bisher keine öffentliche Ausschreibung stattgefunden hat.

Anstatt zunächst den üblichen Weg der Ausschreibung zu gehen, wurde also entschieden, den Headhunter einzuschalten, was die Samtgemeinde und den Steuerzahlern rund 30.000 Euro kosten wird. Den Bewerbern, die nicht das Auswahlverfahren der Headhunter-Agentur durchlaufen, wird von vornherein jede Hoffnung auf Erfolg genommen, da ihnen per se die Unterstützung der Fraktionen abgesprochen wird.

Hier wird das Ansinnen Suhrs, seinen Machtbereich auszuweiten, deutlich. Auch der im BT-Artikel zum Rücktritt von Sigfried Stresow vom 04.07.2018 von der Tageblatt-Journalistin Sabine Lepél prognostizierten Gefahr, dass der Wähler dieses Machtstreben nicht goutieren würde, da diese den Samtgemeindebürgermeister wählen würden, wird so der Wind aus den Segeln genommen, da die Bürgerinnen und Bürger schlicht keine Wahl haben werden.

Auch müssen sich CDU, SPD und FWG die Frage gefallen lassen, warum die Wählerinnen und Wähler nicht von Beginn an in diesen Prozess eingebunden und bis zum Beschluss im Unklaren gelassen wurden. Mit der Meldung an die Kommunalaufsicht drückt die UWA das Missfallen an dieser Intransparenz aus.

Wählerinnen und Wähler sollten sich fragen, warum CDU, SPD und FWG wesentliche Entscheidungen regelmäßig im Dunkeln fällen!

Die UWA stimmte der Verpflichtung einer Headhunter-Agentur mit der Auflage zu, mindestens zwei Kandidaten ins Rennen zu schicken. Dies ist in dem Artikel nicht zum Ausdruck gekommen.

Die UWA wird andere Kandidaten, auf welchem Weg sie sich auch immer bewerben und geeignet erscheinen, unterstützen!

 

Quellen:

Dr. Tiemo Kracht (41) ist Senior Partner im Hamburger Büro der internationalen Personalberatung Heidrick & Struggles. Seit zehn Jahren arbeitet er im Bereich Executive Search / Management Search. Außer bei der Besetzung von Vorstands-, Führungs- und Fachpositionen hat Kracht an der Produktentwicklung im Beratungsbereich Management Appraisal mitgewirkt und diverse Management Audits begleitet. Der gebürtige Schleswiger startete seine Laufbahn mit einem Studium der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften an der Uni Kiel sowie einem Promotionsprogramm an den Universitäten Kiel, Bratislava und Penn State/USA. Es folgten vier Jahre im Bereich Marketing / Vertrieb der Provinzial-Versicherungen in Kiel und eine dreijährige Dozententätigkeit an der Universität Pennsylvania, USA. Anschließend engagierte sich Kracht als Pressesprecher des Ministerpräsidenten von Sachsen-Anhalt. Vor seinem Einstieg bei Heidrick & Struggles war er mehrere Jahre als Führungskraft bei der Norddeutschen Landesbank mit Schwerpunkt Marketing / Kommunikation / Vorstandsstab aktiv. Tiemo Kracht ist verheiratet, hat drei Kinder und lebt mit seiner Familie in Hanstedt / Nordheide.

Quelle: https://www.google.de/url?sa=t&rct=j&q=&esrc=s&source=web&cd=8&cad=rja&uact=8&ved=2ahUKEwjW6dGXsYveAhVI2qQKHUv6B8cQFjAHegQIAhAB&url=https%3A%2F%2Fwww.abendblatt.de%2Fwirtschaft%2Fkarriere%2Farticle106974233%2FZur-Person.html&usg=AOvVaw0JlTsVlQm9bieWsocj32w8 

 

Wir sind die UWA. Wir sind Apensen. Wir sind Du!

Für eine bürgerfreundliche Samtgemeinde.

 

Weitere Informationen über die „Unabhängige Wählervereinigung SG Apensen“ finden Interessierte unter www.wir-sind-apensen.de .

Gerne laden wir Sie ein, mit uns in Kontakt zu treten. Unter stefan@wir-sind-apensen.de oder Telefonnummer 0171/5313073 freuen wir uns schon heute auf weitere Mitstreiter.

 

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